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Exklusiver Besuch im Festspielhaus Baden-Baden
11.04.2019

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Mitte März 2019 fanden sich 20 Mitglieder der Regionalgruppe Karlsuhe im exklusiven VIP-Club des Festspielhauses Baden-Baden ein, um vom Intendanten und Geschäftsführer Andreas Mölich-Zebhauser, der das Festspielhaus vor 20 Jahren übernommen hat, Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Das Festpielhaus wird als das einzige deutsche Opernhaus bezeichnet, das ohne Subventionen auskommt. Miete und Instandhaltung des Hauses werden jedoch je zur Hälfte von Stadt und Land getragen. Valery Gergiev, der als einer der ersten großen Dirigenten ins Festspielhaus kam, konnte mit seinem Orchester nicht in angemessener Weise bezahlt werden, da einst zu wenige liquide Mittel vorhanden waren. Er ließ sich aber dennoch nicht abschrecken. Er war vom Festspielhaus so überzeugt, dass er dann wiederum seine Verbindungen spielen ließ und somit zur Weiterentwicklung des Hauses beitrug.

Wichtig war Herrn Mölich-Zebhauser auch, dass die Spenden und die Spender – hier hat er sich eine Bühne aus den USA zum Vorbild genommen – namentlich veröffentlicht werden. Damit die können die Produktionen im zweitgrößten Opernhaus Europas mit 2500 Plätzen überhaupt erst realisiert werden. Im Verlauf des Gespräches teilte er zudem mit, dass er nicht mehr als 100 Produktionen machen wollte, aber diese mit Exzellenz. Und schließlich ist ihm das Menschliche sehr wichtig, denn auch die Top-Künstler, die schon 5 Jahre im Voraus für eine Produktion angefragt werden müssen, sind und bleiben Menschen mit ihren eigenen Bedürfnissen, und wenn es sich nur um ein bestimmtes Müsli oder Mineralwasser handelt, das in der Garderobe bereit gestellt wird.

Nach dem sehr interessanten Gespräch durften die Gruppe – was überhaupt nicht selbstverständlich ist – einen Ausschnitt einer Probe des „Otello“ in der Inszenierung von Robert Wilson miterleben, der seine Anweisungen mit normaler Stimme gab und trotzdem wurde jedes Wort verstanden, was ein Hinweis auf die atemberaubende Akustik ist. Diese Akustik hat das Festspielhaus auch weltberühmt gemacht, wobei der damals verantwortliche Akustiker zuvor bei mehreren Opernhäuser gescheitert ist, hier aber sein absolutes Meisterwerk abgeliefert hat.

Im Anschluss sind die Gäste zu einer Führung durch das Haus aufgebrochen, bei dem insbesondere interessant war, dass es keine Kulissen zu sehen gab, da diese nur für die Produktion hergestellt werden und danach wieder vernichtet werden. Kunst für den Augenblick oder das einmalige Festspiel. Zudem wurde die immense Klimaanlage bewundern, die den Besucher nicht ersticken lässt. Auch hier wurde eine spezielle Technik eingebaut, so dass die Luft zwar zirkuliert, es aber keinen Durchzug gibt. Das Herzstück der Bühnenmaschinerie ist aber der Spiralift, der die Bühne auf- und absenken kann. Hintergrund ist der, dass Baden-Baden eine römische Stadt ist und dort beim Bau des Hauses vielleicht römische Artefakte hätten gefunden werden können, was dann den Bau – der übrigens unterhalb der geplanten Kosten und innerhalb des Zeitrahmens blieb – verzögert hätte. Schließlich haben die Mitglieder noch einen Einblick in eine Künstler-Garderobe erhalten, um festzustellen, dass diese nicht viel größer als ein kleines Hotelzimmer ist.

Dieser sehr interessante Abend ist dann beim Spanier um die Ecke bei Tapas und anderen Schmankerln ausgeklungen.

Wir danken unserem Regionalgruppenleiter Dominic Seeberg für die Organisation der gelungenen Veranstaltung und den Nachbericht. Vielen Dank auch an das Festspielhaus Baden-Baden, das uns die Fotos von Thomas Straub und Michael Gregonowits zur Verfügung gestellt hat.


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