News

ABSOLVENTUM-Mitglied Felix Marmann über sein Tattoo-Startup STYNG
22.01.2020

News Image

Man sieht immer mehr Menschen auf der Straße, die ein Tattoo auf der Haut tragen. Auch ABSOLVENTUM Mitglied Felix Marmann und seine Studienkollegen ließen sich während ihrer Studienzeit eins stechen. Dabei entstand die Idee für ihr Startup STYNG, das sie bereits kurz nach ihrem Studienabschluss gemeinsam gründeten.

Was ist das Ziel von STYNG? Um was geht es bei euch?
Bei STYNG dreht sich alles um das Thema Tattoos. Wir haben eine Online-Plattform entwickelt, wo Tätowierer und Tattoo-Studios sich selbst und ihre Arbeiten präsentieren können. Die Tattoo-Fans haben hingegen eine übersichtliche Suchoberfläche, die ihnen mit wenigen Klicks einen Überblick über das Angebot in der Umgebung verschafft. Also eine klassische Buchungs- und Vergleichsplattform für das Vertical Tattoos.

Wie entstand die Idee für STYNG?
Die Idee entstand bereits im BWL Studium. Tattoos haben uns schon damals interessiert, aber es ist uns sehr schwer gefallen, einen Zugang zur Branche zu finden. Normalerweise hat man Freunde, die sich mit dem Thema auskennen. Die haben uns in Mannheim leider gefehlt und so waren wir gezwungen, uns auf eigene Faust einzuarbeiten. Für mein erstes Tattoo musste ich mich dann schlussendlich auf die Empfehlung meines Schuhverkäufers verlassen. Das Tattoo ist glücklicherweise gut geworden, aber trotzdem haben wir realisiert, dass es in der Branche einfach super viel Potenzial für Effizienzsteigerungen gibt.

Warum hast du dich dazu entschlossen ein eigenes StartUp so kurz nach deinem Abschluss an der Uni zu gründen?
Ich habe nach dem Studium zunächst in einem Angestelltenverhältnis gestartet, aber ich musste leider feststellen, dass ich mich dort nicht so kreativ ausleben konnte, wie ich es gerne hätte. Außerdem habe ich in einer Branche gearbeitet, die mich persönlich nicht wirklich interessiert hat. So wuchs in mir der Wunsch, an etwas arbeiten zu können, wo ich wirklich passioniert dahinterstehe. Nach einem Jahr habe ich dann meinen Job an den Nagel gehängt, um mich in der Startup-Welt zu versuchen.

Welche Erfolgserlebnisse hattest du bisher bei/mit STYNG?
Unser erster wichtiger Erfolg war die Aufnahme ins CyberLab in Karlsruhe. Das ist ein Inkubator-Programm, was jungen Startups bei der Entwicklung hilft. Dort hatten wir Zugang zu einem Netzwerk aus erfahrenen Mentoren und Investoren, was uns immens weitergeholfen hat. Außerdem haben wir im August 2019 unsere erste Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abschließen können, was uns ermöglicht hat, ein Team aufzubauen und schneller in der Produktentwicklung zu werden. Aber der größte Erfolg ist eigentlich das positive Feedback, was wir mittlerweile von unseren Nutzern erhalten. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Vor welchen Herausforderungen standet ihr am Anfang? Was würdest du rückblickend vielleicht anders machen?
Am Anfang war praktisch alles für uns eine große Herausforderung. Da keiner aus unserem Team vorher wirklich relevante Erfahrungen im Startup-Bereich gesammelt hatte, mussten wir das meiste von der Pike auf lernen. Wir hatten auch niemanden im Gründungsteam, der programmieren oder designen konnte – das mussten wir uns also auch noch beibringen. Hinzu kamen viele rechtliche Fragen, zum Beispiel bezüglich der Firmengründung. Zum Glück gibt es heutzutage online sehr gute Quellen, wo man alles nachlesen kann, aber das hat uns natürlich viel Zeit gekostet. Rückblickend hätte man viele Fehler, die wir gemacht haben, sicher vermeiden können, wenn man erstmal ein bisschen Erfahrung in einem anderen Startup gesammelt hätte.

Würdest du es weiterempfehlen zu gründen?
Es kommt wahrscheinlich immer auf die Person an. Ich persönlich bin sehr froh und glücklich darüber, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Der Job ist natürlich sehr anstrengend und fordernd, aber es ist schön, an seinem eigenen Traum arbeiten zu können, alle kreativen Freiheiten und einen sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag zu haben. Allerdings hat ein Angestelltenverhältnis auch seine Vorzüge und es ist total legitim diese Sicherheiten und Perks einem eigenen Unternehmen vorzuziehen. Aber ich fände es gut, wenn sich jeder zumindest mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt, um dann eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Wir können sicher noch mehr Gründer in Deutschland gebrauchen, damit wir uns mittelfristig auf dem Weltmarkt behaupten können.

Was bedeutet dir die Mitgliedschaft bei ABSOLVENTUM?
Ich freue mich, dass es bei uns an der Uni einen Verein wie ABSOLVENTUM gibt, da ich so einen beständigen Kontakt zu meiner Alma Mater halten kann. Meine Studienzeit war sehr prägend für mich und ich bin der Uni und der Stadt sehr dankbar dafür. Ich würde auch gerne mal irgendwann etwas an die Community zurückgeben und daher ist es wichtig, den Kontakt zu halten. Ich finde auch die Events super, die regelmäßig vom Verein angeboten werden, wobei ich zugeben muss, dass ich bislang leider aus zeitlichen Gründen nur eins wahrnehmen konnte. Ich hoffe, das ändert sich zu gegebener Zeit.

Du warst ja Mentee bei uns: Was hast du von dem Programm mitgekommen?
Erstmal muss ich wirklich ein riesen Lob an das Team vom Mentoring-Programm aussprechen. Die Kommunikation mit mir war immer super professionell und man hat sich hervorragend um mich gekümmert. Wir haben ein paar Anläufe gebraucht, bis wir geeignete Mentoren für mich gefunden haben, aber das Team ist nicht müde geworden, mir passende Vorschläge zu schicken. Das Netzwerk ist wirklich riesig und es sind viele sehr erfahrene Menschen aus den verschiedensten Geschäftsfeldern dabei. Wir haben konkret nach Startup-Unternehmern gesucht und es haben sich auch einige Mentoring-Beziehungen ergeben, die mir gerade am Anfang meiner unternehmerischen Karriere ungemein weitergeholfen haben.

Was ist dein Ratschlag für Studierende, die gerade dabei sind ihren eigenen Weg zu finden?
Ich habe auf jeden Fall sehr bereut, dass ich während meines Studiums keine Praktika bei erfolgreichen Startups absolviert habe. Zwar habe ich mich trotzdem viel mit dem Thema beschäftigt und habe auch schon erste eigene Erfahrungen – beispielsweise im eCommerce – gesammelt, allerdings profitiert man sicher ungemein davon, wenn man sich einige Best Practices von einem Team abschauen kann, was schon länger dabei ist. So hätte ich, wie bereits vorhin erwähnt, viele Fehler vermeiden können, die ich gemacht habe.

Gibt es schon Zukunftspläne für STYNG?
In 2020 fokussieren wir uns weiterhin auf die Produktentwicklung und wollen auch im Sommer die nächste Finanzierungsrunde aufnehmen. Zunächst ist unser Ziel, ein funktionierendes Ökosystem in Deutschland zu generieren, aber dann wäre natürlich auch eine europäische oder sogar globale Expansion denkbar.

Wir wünschen Felix Marmann und seinem Team viel Erfolg dabei!

Foto: STYNG/ Felix Marmann
Text: Selina Mann & Felix Marmann

Ihre Ansprechpartnerin

Fragen? Anregungen? Probleme? Ich helfe Ihnen gerne weiter.

Simone Fioretto

Telefon: +49 621 181-1248
Fax: +49 621 181-1087
E-Mail schreiben

FORUM-Aktuell

Lesen Sie weitere Neuigkeiten aus der Universität im aktuellen FORUM.