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Startup-Vorstellung: „SurveyCircle“
30.05.2022

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ABSOLVENTUM-Mitglied Jonas Johé hat nach seinem Master in Management-Abschluss an der Universität Mannheim 2015 das Startup SurveyCircle gegründet. Während seines Bachelorstudiums an der Dualen Hochschule in Mannheim kam Jonas zunächst mit der Welt der etablierten Großunternehmen in Berührung. Nach drei Jahren Berufserfahrung in einem großen Konzern bewarb er sich an der Universität Mannheim für den Master in Management. Die Zeit während seines Masterstudiums war dann geprägt von Startup-Ideen und -Veranstaltungen. Jonas Johé kam während seiner Masterarbeit auf die Idee für die Forschungsplattform SurveyCircle.com, die er zunächst auf einem Collegeblock skizzierte, dann am Laptop weiterentwickelte und schließlich erfolgreich umsetzen konnte.

1. Wie ist die Idee zu dem Startup SurveyCircle entstanden?

Als ich an meiner Masterarbeit saß, hatte ich anfangs große Schwierigkeiten, genügend TeilnehmerInnen für meine empirische Untersuchung zu finden. Ich wollte durch ein Experiment herausfinden, ob sich Unternehmen durch das Verteilen von Werbegeschenken schaden können, wenn die Werbegeschenke nicht zum Qualitätsanspruch des Unternehmens passen. Da so gut wie jeder schon mal Werbegeschenke bekommen hat, standen die Chancen grundsätzlich gut, passende TeilnehmerInnen für meine Online-Studie zu finden. Das Problem war, dass ich trotzdem keine Möglichkeit hatte, die vielen potenziellen TeilnehmerInnen zu erreichen. Da kam mir die Idee für eine Plattform, auf der Forschende ihre Studien auf einer zentralen Plattform veröffentlichen können, sodass Menschen von überall auf der Welt daran teilnehmen können.

2. Kurz und knapp - Worum geht es bei SurveyCircle genau?

SurveyCircle bietet Studierenden und Forschenden die Möglichkeit, ihre empirischen Studien bei SurveyCircle online zu stellen und dafür ProbandInnen zu finden. Gleichzeitig können sie auch selbst an den Umfragen der anderen Mitglieder teilnehmen.

Der entscheidende Punkt hinter der Idee zu SurveyCircle ist aber, dass die Webseite nicht nur ein Pool für Online-Studien aller Art ist, sondern eine echte Forschungscommunity, auf der sich Menschen bei der Rekrutierung von StudienteilnehmerInnen gegenseitig unterstützen können. Nach dem Motto: Je häufiger du anderen hilfst, indem du an ihren Studien teilnimmst, desto mehr Menschen werden im Gegenzug an deiner Studie teilnehmen.

Unser System funktioniert so: Mit jeder Studienteilnahme sammelt man Punkte und dokumentiert damit seine eigene Hilfsbereitschaft. Je mehr Punkte man sammelt, desto höher wird die eigene Umfrage im sogenannten „Survey Ranking“ angezeigt. Es erhöht sich aber nicht nur die Sichtbarkeit der Umfrage. Es steigt auch der Anreiz, an der Umfrage teilzunehmen, weil man bei SurveyCircle für die Teilnahme an Studien, die weiter oben im Ranking stehen, mehr Punkte bekommt als für die Teilnahme an Studien, die weiter unten stehen. Durch dieses faire System wird Hilfsbereitschaft belohnt und man kann selbst gut steuern, wie erfolgreich die eigene Studie wird.

3. Wie ist dein Unternehmen SurveyCircle aufgebaut

Wir sind ein kleines Team, in dem sich eine gute Arbeitsteilung etabliert hat. Jeder weiß, wofür er verantwortlich ist und bei welchen Aufgaben man sich die Expertise von KollegInnen dazuholt. Das gibt eine gute Grundstruktur im Team und erleichtert die Zusammenarbeit, gerade wenn nicht alle Team-Mitglieder an einem Ort sind. In den ersten 1,5 Corona-Jahren haben wir keine PraktikantInnen im Team gehabt, aber mittlerweile können wir interessierten Studierenden wieder regelmäßig 1-2 abwechslungsreiche Praktikumsstellen in unserem Büro in Mannheim-Lindenhof anbieten.

Unsere Webseite ist mittlerweile in fünf Sprachen verfügbar und wird in mehr als 50 Ländern genutzt. Deutschland ist weiterhin unser größter Einzelmarkt, aber die Mitgliederzahl in anderen Ländern steigt stetig an. Vor allem in Großbritannien, den USA, den Niederlanden, Frankreich und in Spanien haben wir große Zuwächse.

4. An welche Unternehmen oder Einzelpersonen richtet sich das Angebot und was sind eure Einnahmequellen?

SurveyCircle richtet sich überwiegend an Studierende im Bachelor- oder Masterstudium und an Promovierende. Aber auch GründerInnen von Startups können ihre Geschäftsidee mithilfe einer Marktforschungsumfrage auf der Plattform testen, um so die Erfolgsaussichten besser einschätzen zu können. Darüber hinaus können bei SurveyCircle alle Menschen mitmachen, die Lust haben, spannende Forschungsprojekte auf der ganzen Welt zu unterstützen.

SurveyCircle funktioniert über ein sogenanntes „Freemium“-Modell: Man kann die Plattform bis zu einer bestimmten Teilnehmerzahl kostenfrei nutzen. Wenn man mehr Teilnehmer gewinnen möchte, hat man die Möglichkeit, sein Teilnehmer-Limit zu erweitern, in dem man Upgrades bucht.

5. Wie siehst du die Zukunft von SurveyCircle?

Ich sehe die Zukunft von SurveyCircle sehr positiv! Wir haben eine tolle Community und sind selbst ein starkes Team. Gemeinsam haben wir es geschafft, die erste und weltweit führende Plattform für gegenseitige Unterstützung in der Online-Forschung aufzubauen. Wir haben noch enormes Wachstumspotenzial im In- und Ausland und die vielen herzerwärmenden Rückmeldungen aus der Community machen uns Mut, unseren Weg weiterzugehen. Außerdem haben wir noch viele Ideen für neue Plattform-Features, mit denen wir unsere Mitglieder bei ihrer Forschung noch besser unterstützen können.

Corona hat auch SurveyCircle nicht verschont, denn viele Studierende mussten durch die schlechteren Betreuungsmöglichkeiten an den Hochschulen auf Abschlussarbeiten ohne empirische Studien umschwenken. Mittlerweile normalisiert sich die Situation aber langsam wieder, sodass im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten wieder mehr empirisch gearbeitet wird.

6. Hast du als Gründer Tipps für Studierende?

Ein Tipp, den ich allen Gründungsinteressierten geben würde: Schreibt alle Eure Ideen sofort auf! Nichts ist schneller vergessen als eine gute Idee. SurveyCircle war eine von mehreren Geschäftsideen, die ich während meiner Zeit an der Uni Mannheim hatte. Durch das Aufschreiben der Ideen ist man im Kopf auch sofort wieder frei für die nächste Idee.

Außerdem ist es gut, sich im Vorfeld einer Gründung mit Personen auszutauschen, die bereits gegründet haben. Mein erstes Gespräch mit einem „echten“ Gründer hatte ich im EO auf dem Ehrenhof. Ich bin heute noch dankbar, dass er sich die Zeit genommen hat, sich einfach so mit mir als Masterstudenten zu treffen.

Für wichtig halte ich auch, dass man sich von der eigenen Idee nicht blenden lässt. Man darf enthusiastisch sein, muss aber im entscheidenden Augenblick auch bereit sein, die eigene Idee zu googeln, kritisch zu hinterfragen und sie im Zweifelsfalls fallenzulassen. Feedback von außen ist wichtig, aber achtet darauf, dass Ihr Euch Eure Idee nicht von Menschen abwerten lasst, die sich gar nicht ernsthaft mit der Idee beschäftigt haben.

Ich war während meines Studiums an der Universität Mannheim auf vielen Veranstaltungen des „Mannheim Center for Entrepreneurship and Innovation“ (MCEI). Die Vorträge und Gespräche dort haben mich erst richtig für das Thema Unternehmensgründung begeistert. Heute gibt es dazu noch wunderbare Studierendeninitiativen wie Thinc! und Q-Summit, deren Begeisterung für das Thema Startup eindrucksvoll ist. Von daher würde ich allen gründungsinteressierten Studierenden ans Herz legen, auf diese Angebote zuzugehen.

Was den Gründungszeitpunkt betrifft: In meinen Augen ist es sinnvoll, direkt im oder nach dem Studium zu gründen, bevor man fest im klassischen Berufsleben steht. Wenn man sich erst einmal an ein festes Gehalt gewöhnt hat, kann das den Schritt in die Gründung erschweren.

Webseite: www.surveycircle.com
Instagram: www.instagram.com/surveycircle

Text: Jonas Johé & Simone Fioretto
Foto: Jonas Johé

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