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Besuch der Ausstellung 250/114 – Kunst in der Alten Sternwarte
25.10.2022

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Die alte Sternwarte in Mannheim zu finden, war nicht schwer – schon von Weitem erkannte man die Kupferkuppel des Gebäudes in der Nähe der Jesuitenkirche. Viele der ABSOLVENTUM-Mitglieder betraten den großen Turm zum ersten Mal, und waren bereits im Eingangsbereich fasziniert von seiner einzigartigen Architektur. Wo einst im späten 19. Jahrhundert astronomische Forschung betrieben wurde, zogen nach und nach KünstlerInnen ein, um jedes Stockwerk zu einem Ort des Schaffens zu verwandeln. Bis 2015 wurde die Sternwarte vom Kulturamt Mannheim an die KünstlerInnen vermietet. Nun ist das Gebäude für BesucherInnen geöffnet. Aktuell kann die Ausstellung „250 Jahre Sternwarte – 114 Jahre Kunst in der Sternwarte“ betrachtet werden. Die Werke von Franz Schömbs, Edgar Schmandt, Norbert Nüssle und Walter Stallwitz, ehemalige Bewohner der Sternwarte sind über die fünf Stockwerke verteilt. Auch Werke der KünstlerInnen Rebekka Brunke, Immanuel Eiselstein, Eva Gentner, Barbara Hindahl, Alexander Horn, Mitsuko Hoshino und Konstantin Weber werden ausgestellt.

Begrüßt wurden die Gäste von Herrn Hans-Joachim Schröder, Vorstand des Freundeskreises der Künstlernachlässe Mannheim e. V., die Führungen übernahmen Dr. Susanne Kaeppele und Silvia Köhler, Vorstände der Künstlernachlässe Mannheim. Gleich im Erdgeschoss begegnete den Mitgliedern eine Wand aus Metall von Immanuel Eiselstein, bei der man sich aufgrund ihrer einzigartigen Verarbeitung gar nicht sicher sein konnte, ob sie wirklich aus Metall und nicht aus Stoff bestand.

Den Aufstieg in den fünften Stock begleiteten Werke von Rebekka Brunke: „Neue Bilder aus dem All. Ein Teil der äußeren Welt“. Diese Bilder waren von weißen Flecken gekennzeichnet; den blinden Flecken des Betrachters oder der Betrachterin. Im fünften Stock angekommen, fielen die astronomischen Zeichnungen von Eva Gentner auf. Neuartige Sternbilder wie "AI" und "Musk“ luden zum Schmunzeln und Nachdenken ein. Die abstrakten, symbolträchtigen Werke von Edgar Schmandt griffen als Thema die Schattenseiten der menschlichen Psyche auf. Dunkle Farben und Formen animierten die Vorstellungskraft der Betrachtenden. Im Kontrast dazu wurden Franz Schömbs farbenfrohe Filmwerke „Die Geburt des Lichts“ und „Den Einsamen Allen“ gezeigt. Bunte TänzerInnen zogen die Anwesenden in den Bann.

Im vierten Stock begegnete man den Werken Norbert Nüssles, Alexander Horns und Konstantin Webers. Die Gemälde Nüssles zeigten Ausschnitte von Straßen, deren Umrisse aus allerlei Materialien bestanden. Horns zwanzigteilige Serie „A Cold Dark Matter“ griff wieder das Thema Astronomie auf. Mathematische Formeln, seltsame Muster, die wie zu Karten angeordnet waren, und runde Formen deuteten die Abbildung des Sonnensystems an. In einem kleinen, dunklen Raum stand ein Bildschirm, auf dem der Filmausschnitt „Ein Gespräch“ von Konstantin Weber gezeigt wurde. Ein junger Mann saß auf einem Stuhl und versuchte, die BesucherInnen von der „Flat-Earth-Theory“ zu überzeugen.

Den großen Meditationsraum im dritten Obergeschoss beanspruchte das Werk „Filament Sphere“ von Mitsuko Hoshino ganz für sich. Der große, schwebende Ball aus Fasern eines Maulbeerbaums, der nur in Japan vorkommt, drehte sich sanft mit der Raumluft. Die Ruhe, die dieses Werk ausstrahlte, faszinierte alle Anwesenden.

Das zweite Obergeschoss beherbergte das ehemalige Atelier von Walter Stallwitz. Die Ruhe und Ordnung des dritten Obergeschosses waren hier nicht mehr zu finden, der Raum war gefüllt mit Werken, der Boden übersäht von Farbklecksen. Die wiederkehrenden Themen in den Werken Stallwitz‘ ist der Mensch, die Soziologie und Psychologie. Es war faszinierend, einen Einblick in die Wirkungsstätte des kürzlich verstorbenen Künstlers zu erhaschen.

Im ersten Obergeschoss, der ehemaligen Wohnung des Hofastronoms, wurde das „Star Dust Video“ von Barbara Hindahl gezeigt. Staubkörner wurden von einem Magneten angezogen und verklumpten nach und nach, bis ein Abbild eines einzigartigen Universums entstand. Wieder im Erdgeschoss angekommen, erwarteten die Mitglieder Kaffee, Sekt und Kuchen.

Angeregte Diskussionen entstanden über die gerade gewonnenen Impressionen. Oft wurde betont, wie wichtig die Arbeit des Vereins der Künstlernachlässe ist. Die Kunstgeschichte Mannheims zu erhalten, sei ein förderwürdiges Projekt. Falls Sie Interesse haben, die Künstlernachlässe zu unterstützen, finden Sie hier.

Wir bedanken uns herzlich bei Silvia Köhler, Dr. Susanne Kaeppele und Hans-Joachim Schröder für den Empfang und die Führung!


Text: Michelle Brinster
Fotos: Michelle Brinster


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