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Paris zum Zweiten
13.06.2026

Vom 4. bis 7. Juni 2026 war die Regionalgruppe Karlsruhe erneut zu Besuch in Paris. Die Reise führte die Teilnehmenden nicht nur zu bekannten Orten der französischen Hauptstadt, sondern auch zu besonderen Plätzen abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten – dorthin, wo Paris oft leiser, überraschender und besonders eindrucksvoll ist.

Entstanden ist so ein vielseitiges Reiseerlebnis voller spannender Eindrücke, guter Gespräche und gemeinsamer Entdeckungen. Einen ausführlichen Nachbericht hat unser Mitglied Sigrid Bischof verfasst, die die Reise nicht nur mit aufmerksamem Blick in Worte gefasst, sondern auch fotografisch begleitet hat. Dafür danken wir ihr herzlich.

Unser besonderer Dank gilt außerdem Dominic Seeberg, dem Leiter der Regionalgruppe Karlsruhe, der die Reise mit viel Sorgfalt geplant und organisiert hat. Sein Engagement hat einmal mehr dazu beigetragen, dass aus einer gemeinsamen Reise ein verbindendes ABSOLVENTUM-Erlebnis wurde.

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Rückblick:
Nachdem es bei unserem letzten Besuch in Paris nicht mehr geklappt hat beim Palais Garnier in den Keller zu steigen und den See unter der Opéra zu sehen, waren wir uns einig: Da müssen wir noch einmal hin. Dominic Seeberg hat für uns wieder ein umfassendes Programm erstellt und uns schon im Vorfeld mit sehr vielen Informationen ausgestattet.

Kiloweise bepackt trafen wir uns am Donnerstag, den 04.06.2026, um 7:15 Uhr am Karlsruher Bahnhof, um dann pünktlich um 10:05 Uhr in Paris zu sein. Durch den guten Austausch von Dominic mit Benjamin Herbert, der Leitung der ABSOLVENTUM-Gruppe in Paris, gab es für uns kein Anstehen in der langen Schlange an der Métro an der Gare de l’Est. Wir hatten alle unsere Métro-Karte für eine erste Tour und konnten später eine Wochenkarte für freie Fahrt bis Sonntag erstehen.

Nach dem Einchecken im Hotel und einem ersten gemütlichen Mittagessen im Le Concorde in der Nähe der Assemblée Nationale ging es zum berühmten Kaufhaus Samaritaine. Sophie führte uns und erklärte uns das Haus von der Entstehungsgeschichte bis zum Verkauf wegen fehlender Nachfolge in der Eigentümerfamilie. Sie erklärte uns die Präsentation der Brands und den Aufbau des Hauses. Wir waren beeindruckt von der gelungenen Renovierung und den noblen Autos mit Fahrer, die vor der Tür warteten, bis die zahlungskräftigen Kunden vom Einkauf zurückkehrten.
Leider wurde einem Teilnehmer von uns wohl in der Métro der Geldbeutel mit Ausweis etc. gestohlen, so dass Dominic die Pause nutzte, um mit ihm aufs Polizeipräsidium zu gehen, damit die Heimfahrt mit den neuen Grenzkontrollen gesichert blieb. Wir anderen konnten uns bei einem Café Gourmand etwas erholen.

Weiter ging es zu Notre Dame, die sich nach der Renovierung sehr beeindruckend zeigte. Spannend ist, dass die Statue der Notre Dame und der Altar beim Brand nicht zerstört wurden.
In einem kleinen Lokal im Quartier Latin ließen wir den Abend ausklingen.

Am Freitag morgens starteten wir um 9 Uhr zu Basilique de St. Denis. Der gotische Bau mit den hohen zum Himmel strebenden Pfeilern ist gigantisch. Hier sind die bedeutenden Könige von Frankreich begraben.
Wir hatten extremes Glück, dass durch die buntverzierten Fenster die Sonne schien und bunte Gemälde auf den Boden malten. Die Leichtigkeit des Seins oder die Auferstehung könnte sich so anfühlen.
Im bewährten Rallye Péret in der Rue Daguerre – dem Geheimtipp von Dominic schon bei der letzten Fahrt – verbrachten wir unsere Mittagspause.

Von da ging es ins Panthéon, wohin Menschen, die sich für Frankreich verdient gemacht haben, umgebettet und somit „pantheonisiert“ werden. Hier werden Philosophen und Schriftstellern wie Voltaire, Rousseau, Victor Hugo über Wissenschaftler wie Marie Curie, Politiker und Politikerinnen und Widerstandskämpfer und -kämpferinnen wie z.B. auch seit 2021 Joséphine Baker geehrt.
Danach besuchten wir noch einen kleinen, auf alte und seltene Bücher spezialisierten Buchladen mit Schwerpunkt Jules Vernes des Verlages Hetzel. Der Besitzer, Journalist und Autor Philippe Mellot, nahm sich für uns Zeit und erklärte uns die Unterschiede in den Bänden, berichtete von Auktionen und dem neuen Jules-Vernes Museum in Canada, für das er ein Dossier geschrieben hat.
Erschöpft von den vielen Eindrücken beendeten wir das offizielle Programm des Tages bei einem gemütlichen Abendessen im Boullion Racine, das komplett Jugendstil gehalten ist.

Am Samstag ging es morgens dann zum Musée de Montmatre. Steil bergauf mit vielen Treppen kamen wir auf dem Weg am berühmten Cabaret le Lapin Agile vorbei.
Dominic hatte uns noch aus seiner Zeit im Leistungskurs des Gymnasiums Hinweise zur Bildbetrachtung gegeben, die wir nun aktiv anwenden konnten. Neben den Bildern und Plakaten war auch der Garten und das Atelier von Suzanne Valadon ein Erlebnis. Es war leicht, sich in die Künstler-Szene des Montmartres im letzten Jahrhundert einzudenken.

Am Mittag steuerten wir auf das große Ziel unserer Paris-Reise zu. Um 15 Uhr standen wir erneut am Künstlereingang der Opéra Garnier und wurden von Sofia abgeholt. Zu der Führung kamen dann auch Mitglieder der Regionalgruppe Paris dazu. Gespannt stiegen wir zusammen in den Keller hinab in der Erwartung eines Sees unter der Oper. Unten angekommen sahen wir eine Zisterne gefüllt mit Grundwasser. Zuerst waren wir alle etwas enttäuscht. Aber die Erklärung, die dann folgte und die weitere Besichtigung hat uns dann doch staunen lassen. Kaiser Napoleon III gab den Auftrag zum Bau der Oper und wollte sie unbedingt an diesem Platz. Garnier riet ihm ab, da das Gebiet wegen des Grundwassers nicht stabil genug war. Aber der Kaiser bestand auf dem Plan. So musste der junge Garnier eine Lösung finden, die Oper zu stabilisieren. Unter der Oper sind seit Beginn 7 Zisternen, die sich mit Grundwasser füllen und somit den Druck des umgebenden Grundwassers ausgleichen. Die Pariser Feuerwehr nutzt diese als Wasserreserve und für Übungen. In einer Zisterne haben sie Goldfische als Maskottchen eingesetzt und diese haben sogar einen eigenen Briefkasten. Wir konnten im Keller auch historische Rollen zur Bestückung der Bühne sehen, die vor der Elektrifizierung von Häftlingen und Matrosen bewegt wurden.

Da wir auch TeilnehmerInnen aus der Pariser Sektion mit dabeihatten, schauten wir uns erneut die prachtvolle Treppe und Empore, die außergewöhnlichen Räume an und entdeckten selbst noch einmal vieles neu. Zum Abschluss konnten wir dieses Mal auch hinter die Bühne und in den Probenraum. Auch das war eine ausgefallene Perspektive.
Gefüllt mit Informationen und Eindrücken trafen wir uns zum Abschluss des Tages mit Mitgliedern von ABSOLVENTUM Paris zum Essen in einem kleinen gemütlichen Restaurant und ließen die offizielle Tour ausklingen.

Den Sonntagmorgen gestalteten wir alle auf unsere Weise, mit Bummeln über den Markt, weiteren Besichtigungen oder Bustouren mit unserer Wochenkarte.

Es war wieder ein großes Erlebnis und wir danken Dominic für seine detaillierte und großartige Vorbereitung und Begleitung von Herzen.


Text: Sigrid Bischof
Fotos: Sigrid Bischof, Hartmut Bischof



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