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„Weibes Wonne und Wert – Wagners Theorie-Theater“
30.11.2015

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Der Literaturwissenschaftler und ABSOLVENTUM-Vizepräsident Prof. Dr. Jochen Hörisch stellte am 17.11. im Rahmen eines ABSOLVENTUM-Vortragsabends sein neues Buch „Weibes Wonne und Wert – Wagners Theorie-Theater“ vor. In Zusammenarbeit mit dem Dirigenten, Komponisten und Dozenten der Musikhochschule Mannheim, Prof. Klaus Arp, analysiert er in seinem Werk Wagners Theorie-Theater und arbeitete 12 Leitmotive heraus, welche er den ABSOLVENTUM-Mitgliedern an diesem Abend in Hörsaal-Atmosphäre näher bringen wollte.
Zu Beginn des Vortrags erklärte Professor Hörisch seinen ZuhörerInnen voller Enthusiasmus, dass Richard Wagner mit seinen Stücken die Welt erklären wollte. Er war ein Intellektueller, ein viel interessierter Mann und habe großes Theorie-Theater auf die Bühnen gebracht. Diese Verbindung zwischen Theorie und Theater scheint laut Hörisch auf den ersten Blick nicht unbedingt klar, aber beide stammen von dem lateinischen Begriff ‚theoria‘ (anschauen) ab und verdeutlichen damit sehr gut die Intention Wagners. „Er erschaffte Ökonomiedramen aufgeladen mit Irrationalität – denn seine Stücke sind, wie allgemein bekannt, etwas durchgeknallt“, führte Jochen Hörisch weiter aus. So sind zum Beispiel seine Familienstrukturen oft sonderbar verworren und teils sogar inzestuös. Das Enthüllen von Geheimnissen und das Lösen von Rätseln spielen eine wichtige Rolle bei Wagner und schaffen eine große Faszination in seinen Dramen. Hörisch berichtete auch davon, dass Wagner das Thema der Schuld, im moralischen und materialistischen Kontext über alle Gesellschaftsstände hinweg, gerne behandelte.
Nachdem Jochen Hörisch sogar aufzeigte, wie Wagner es schaffte, mittels Anagrammen Motive in seinen Stücken darzustellen und einzuflechten, komplementierte Professor Klaus Arp seine Ausführungen mit musiktheoretischem Know-How. Nicht nur Wagners Texte seien interessant, auch seine Klänge sind faszinierend. Arp berichtete, dass Wagner kein guter Musiker gewesen war, er hätte gerade mal einigermaßen Klavier spielen können. Umso erstaunlicher sei es, dass Wagner – seiner Meinung nach – der größte Komponist des 19. Jahrhunderts geworden ist. „Wagner war ein Tüftler im ursprünglichen Sinne, seine Konzeptionen zeugen von Konstruktivität und Kreativität.“
ABSOLVENTUM-Präsidentin Frau Dr. Fickel, bedankte sich nach dem sehr informativen Vortrag bei den beiden Referenten und nannte sie begeistert ein „kongeniales Team“, das viel Lust zum Lesen des Buches gemacht habe. Beim anschließenden Get-together nahmen die ZuhörerInnen bei Wein und Gebäck die Gelegenheit wahr, noch weitere Fragen zu stellen und ihre persönlichen Wagner-Erfahrungen untereinander auszutauschen.

Juliane Koch

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