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ABSOLVENTUM Vorstandsmitglied engagiert sich ehrenamtlich für Flüchtlinge
23.02.2016

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ABSOLVENTUM-Vorstandsmitglied Per Knudsen, arbeitet sehr aktiv mit Flüchtlingen und stellt die Organisation seiner Verbandsgemeinde Wachenheim „Ehrenamts-Agentur“ auf der 8. ABSOLVENTUM Ehrenamtsbörse „Soziales Engagement“ am 24.02.2016 erstmalig vor.

Der gebürtige Norweger kam 1967 zum Studium nach Mannheim, lernte hier seine zukünftige Frau kennen und entschied sich für ein Leben in Deutschland. Nach einem erfolgreichen Arbeitsleben, zuletzt als stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Mannheim, ist es ihm wichtig, etwas an die Universität und Deutschland zurückgeben zu können. Aus diesem Grund ist er ehrenamtlich als ABSOLVENTUM-Vorstand aktiv und engagiert sich in seiner Heimat Gemeinde.

Damals war er sehr von der Gastfreundschaft der Deutschen beeindruckt und merkte schnell wie wichtig das Beherrschen der deutschen Sprache für die Integration ist. Der Verein „Ehrenamts-Agentur“, zunächst in der Senioren- und Jugendbetreuung tätig, ist mittlerweile mit der Betreuung von rund 100 Flüchtlingen beschäftigt und damit mehr als ausgelastet. Momentan engagieren sich rund 30 BürgerInnen der Gemeinde für Hilfesuchende. Fast ausschließlich Familien aus Ägypten, Syrien, Mazedonien und Afghanistan erhalten von ihnen Sprachunterricht, die Unterstützung durch einen „Paten“, welcher bei Behördengängen, Besorgungen und der kulturellen Verständigung hilft und der Verein organisiert zudem Abhol- und Bringdienste, gemeinsame Aktivitäten wie Vorlesen und Gesprächsrunden und sucht für die Familien Wohnraum, Inventar und Kleidung. Per Knudsen erklärt, dass der Sprachunterricht von Kindern und Erwachsenen getrennt durchgeführt wird. Die ersten Vokabeln lernt er mit den Kindern mittels Bildwörterbüchern. „Die Kinder gehen schon in die Schule und lernen dort sehr schnell deutsch, aber man muss mit ihnen sehr vorsichtig umgehen, denn viele von ihnen sind traumatisiert“, berichtet er.

Auch eine positive Mentalitätsveränderung stelle er in der Bevölkerung fest, so Knudsen. Als er nach Deutschland kam, vertrauten die Deutschen noch sehr stark darauf, dass die Gemeinde und das Land oder der Staat bestehende Probleme lösen würde, aber mittlerweile habe sich das geändert: „Die Menschen sind viel selbstbewusster geworden und packen Herausforderungen aktiv an, sie nehmen nun das Zepter selbst in die Hand, zeigen Eigeninitiative und Mut, Dinge auch ohne die Unterstützung von Politikern erreichen zu können!“ So berichtet er davon, dass seine Organisation Bücher und eine Tafel für den Sprachunterricht beantragt hätten, die deutsche Behörden aber leider nur unflexibel und langwierig reagierte. Kurzerhand konnte durch einen Spendenaufruf in der Verbandsgemeinde eine fünfstellige Summe gesammelt werden und die Ehrenamts-Agentur versorgte sich daraufhin selbst mit den benötigten Materialien ohne lange warten zu müssen.

Herr Knudsen ist sehr stolz auf seine Verbandsgemeinde und dass sich dort so viele Menschen mit großem Elan engagieren. Er empfindet diese Arbeit als horizonterweiternd, da er viel über unterschiedliche Mentalitäten, Kulturen, Elend und Wohlstand gelernt hat. „Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass Globalisierung verschiedene Konsequenzen hat und eben nicht nur den Handel mit Waren, sondern auch Menschenleben betrifft.“ Von der ABSOLVENTUM Ehrenamtsbörse erhofft er sich nicht nur, jüngere Freiwillige und damit neue Ideen akquirieren zu können, sondern auch Anregungen für die eigene Arbeit von anderen Organisationen zu erhalten und eine Vernetzung der in der Flüchtlingsarbeit engagierten Vereine untereinander zu schaffen.

Per Knudsen steht für weitere Fragen zum Thema Flüchtlingshilfe den ABSOLVENTUM-Mitgliedern entweder telefonisch unter 0621 181-1450 oder via E-Mail per.knudsen@absolventum.uni-mannheim.de gerne zur Verfügung und freut sich über neue InteressentInnen. Auch Mitglieder, die vielleicht in ihrer eigenen Gemeinde ein ähnliches Projekt starten wollen, aber nicht genau wissen wie, würde er gerne unterstützen.

Juliane Koch

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