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ABSOLVENTUM-Mitglied übersetzt den „Original-Knigge“.
17.05.2016

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Felix Gottschalk promoviert seit 2013 an der ETH Zürich im Bereich Volkswirtschaftslehre. Der 29-jährige ist gebürtig aus der Nähe von Darmstadt und absolvierte sein Studium in Mannheim, Ankara und Zürich. Als er vor drei Jahren zu einem Business-Knigge-Seminar eingeladen wurde, besorgte er sich den Original-Knigge, “Über den Umgang mit Menschen” von Adolph Freiherr von Knigge aus dem Jahr 1788, da er das Buch schon immer selbst lesen wollte.

Der Inhalt des Buches gefiel ihm von Anfang an – ein zeitloses Werk von einem lebensklugen Mann mit einer immensen Menschenkenntnis, aber er konnte das Werk nicht mit Leichtigkeit genießen: „Ich fühlte mich an Texte aus dem 18. Jahrhundert erinnert, die ich in der Schule gelesen hatte. Die Texte waren stets hervorragend, aber heute würde man sie anders formulieren. Lyrik aus dieser Zeit lese ich immer noch gerne. Lyrik ist durch seine Sprache definiert, sie ist nicht änderbar. Der Knigge ist ein Sachbuch, keine Lyrik.“ Knigge hatte selbst den Anspruch an sein Werk, dass das Buch leicht verständlich und unterhaltsam formuliert sein sollte. Diese Absicht Knigges ist durch die Entwicklung der Deutschen Sprache in den 225 Jahren seit Erscheinen des Werkes leider verloren gegangen. Der über weiter Strecken zeitlose Inhalt des Werkes passte für Felix Gottschalk nicht mit der Sprache zusammen, in der es geschrieben war.

Seit dem ersten Lesen des “Umgangs” bis zu seiner Idee das Werk einfach in modernes Deutsch zu übertragen, vergingen etwa drei Jahre. Zunächst veröffentlichte Gottschalk im Frühjahr 2015 einen Artikel in einer Studentenzeitschrift, in welchem er darüber schrieb, wie die Hinweise Knigges auch im Umgang mit den modernen Internetmedien hilfreich sein können. Dabei zitierte er Textpassagen die gut verständlich waren, er musste jedoch andere weglassen, die er nicht besonders verständlich fand. Denn Knigge benutzte oft Wörter, Redewendungen und Ausdrücke, wie man es im Deutschen heute nicht mehr tun würde. Einige Beispiele: Knigge benutzt das Wort “niedrig”, heute würde man eher “böse” sagen. Knigge sagte “Pinsel” statt “Dummkopf”, “schlechterdings” statt “absolut”, “Zweck” statt “Ziel”, “dienstfertig” statt “hilfsbereit”, “Beruf haben” statt “das Recht/ die Autorität haben”, “endlich” statt “schließlich”.

Ende 2015 fragte Gottschalk sich: Wie wäre es, wenn Knigge sein Werk heute erst geschrieben hätte? Die Vorstellung gefiel ihm und zur Probe übersetzte er die ersten Seiten des “Knigge”. „Ich stellte mir vor, dass ich mit dem wieder auferstandenen Adolph von Knigge in einem Raum saß und er mir dabei half, das Werk für eine moderne Leserschaft aufzubereiten“ und das Ergebnis erstaunte ihn selbst. Inhaltlich war es dasselbe Buch, aber es klang leicht verständlich und ist wesentlich schneller erfassbar als das Original. Warum sollte es anderen Lesern nicht auch so gehen? Daher entschloss er sich unter dem Synonym Felix Goda, das Projekt anzugehen.

Die Arbeit machte ihm so viel Freude, dass er sogar häufig an Wochenenden oder nach Feierabend, sogar manchmal in der Mittagspause, an der Übersetzung arbeitete. Nach drei Monaten war er fertig und das Ergebnis liegt nun in Buchform vor. Weitere Informationen finden Sie hier.

Juliane Koch

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