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Unser 900. ABSOLVENTUM Mentoring-Paar
30.01.2017

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Petra Blum und Nathalie Banehr sind unser 900. ABSOLVENTUM Mentoring-Paar. Petra Blum (38) hat an der Universität Mannheim Diplom-Philologie studiert und ist nun als Journalistin u. a. für den WDR sowie freiberuflich als Autorin sowie als Führungskräfte-Trainerin tätig. Ihre Mentee Nathalie Banehr (20) studiert im Bachelorstudiengang Kultur und Wirtschaft, Anglistik/Amerikanistik mit BWL und steht mitten im Studium. Beide eint vor allem das Interesse an der Sprachwissenschaft. Sebastian Hoffmann, der bei ABSOLVENTUM für das Mentoring-Programm zuständig ist, nahm die erfolgreiche Partnerschaft zum Anlass, mit den beiden über ihre Mentoring-Erfahrungen zu sprechen.

Was sind bzw. waren Ihre jeweiligen Erwartungen und Ansprüche an das Mentoring-Programm?

Banehr: Beruflich zieht es mich in Richtung Verlagswesen oder allgemein Public Relation. Ich war auf der Suche nach einem Ansprechpartner, der mir mit seinen Erfahrungen und Ratschlägen auf meinem weiteren Lebensweg behilflich sein kann. Dabei war mir auch der intensive persönliche Austausch sehr wichtig, um für mich herauszubekommen, wo meine Stärken und Schwächen liegen.
Blum: Ich möchte gar nicht von Ansprüchen sprechen, die ich an das Programm hatte. Mir geht es bei meinem Engagement alleine darum, Erfahrungen weiterzugeben und Orientierung zu bieten. Studierende müssen heute viel früher Entscheidungen für ihren Werdegang treffen. Von daher ist meine Mentee auch in ihrer Entwicklung schon viel weiter als ich es damals als mit 20 gewesen bin. Deshalb finde ich den Austausch mit ihr sehr spannend. Wir profitieren beide davon.

Wie ist der Mentoring-Alltag organisiert und welche Themen besprechen Sie üblicherweise?

Banehr: Wir haben uns im letzten halben Jahr dreimal getroffen. Das persönliche Gespräch ist uns beiden sehr wichtig und für uns die die beste Form der Kommunikation. Die Treffen sind immer ganz ungezwungen. Oftmals bringe ich studentische und berufsbezogene Fragen mit, die mich bewegen und bei denen ich mich über Tipps freue.
Blum: Ich habe auch regelmäßig einige Elemente aus dem Bereich des Karrierecoachings einfließen lassen, in dem ich ebenfalls tätig bin. Da geht es besonders um die Frage „Was passt zu mir?“. Bei den vielen Optionen, die es mittlerweile im Arbeitsleben gibt, ist das gar nicht so einfach. Studenten sind während ihres Studiums eigentlich schon voll und ganz mit Fachinhalten und Klausuren beschäftigt. Da bleibt oftmals kaum Raum zum wirklichen Nachdenken, wohin der Karriereweg einmal gehen soll und was einem auch wirklich Spaß machen könnte. Auch dazu dienen unsere Gespräche.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und ganz persönlich für sich mitgenommen?

Blum: Durch die Erzählungen von Nathalie habe ich viel Einblick gewonnen in die Sorgen und Ängste der heutigen Studierenden. Sie sind gezwungen, bereits zahlreiche Entscheidungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu treffen, deren Konsequenzen man aber nur bedingt schon voll und ganz abschätzen kann.
Banehr: Verwandte und Nahestehende können meist Erfahrungen in anderen Berufsbereichen beisteuern. Es gibt eine diffuse Erwartungshaltung, dass man möglichst früh mit dem Studium fertig werden soll. Auch Personaler auf der Career Fair der Universität Mannheim haben mir immer vermittelt, dass der schnelle Abschluss des Studiums durchaus relevant ist. Im Rahmen des Mentoring-Programms konnte ich mit meiner Mentorin darüber sprechen, die aus dem gleichen Fachgebiet wie ich kommt und damit ein anderes Verständnis für die Herausforderungen hat, vor denen man als Student steht. Es ist schon toll, jemanden aus der Berufspraxis an seiner Seite zu haben, der einem Ratschläge gibt und auch ganz neue Sichtweisen eröffnet. Und das ganz ohne Druck und Zwang.

Wo liegt für Sie der Fokus beim Mentoring?

Blum: Aus eigener Erfahrung zu berichten, dabei aber nicht abzuschrecken. Denn was für einen selbst damals nicht gepasst hat, kann für jemand anderen heute eine vielsprechende Option sein. Ich sehe es als meine Aufgabe, Wege aufzuzeigen und darüber zu diskutieren. Zudem gilt es gerade in unserer sich schnell drehenden Welt die Vorteile, die eine Entscheidung vielleicht heute hat, gegenüber der Zukunft abzuwägen. Sprich, ob der anvisierte Karriereweg dann auch noch so vielversprechend erscheint.

Woran würden Sie Erfolg beim Mentoring messen?

Blum: Ich habe keine Zweifel, dass meine Mentee einen erfolgreichen Berufseinstieg schaffen wird. Die Jobfindung selbst ist bei ihr auch gar nicht so die große Frage, sondern vielmehr ob es auch ein Job sein wird, in dem sie sich weiterentwickeln kann. Ein Ziel, bei dem ich sie versuche zu unterstützen.
Banehr: Den Traumjob zu finden, wäre natürlich ein toller Erfolg. Aber am Anfang des Mentorings geht es ja auch erst einmal darum, ob Mentee und Mentor zusammen passen, ob da die Chemie stimmt. Erfolg bedeutet für mich daher schon, dass ich Tipps und Ratschläge aus den Gesprächen ziehen kann und einfach weiß, da ist jemand, der mir bei meinem Einstieg ins Berufsleben Unterstützung anbietet. Geisteswissenschaftler werden ja von der Wirtschaft generell unterbewertet, wobei viele uns auch einfach nicht einordnen können und eher als Notlösung sehen. Viele meinen auch, man müsse noch etwas „Richtiges“ neben Kultur studieren. Im BaKuWi studiere ich ja auch BWL, sehe das aber in erster Linie als gewinnbringenden Gegensatz.

Was würden Sie anderen MentorInnen und Mentees mit auf den Weg geben?

Banehr: Es hilft ungemein, wenn man weiß, was man von einem Mentor möchte. Also selbst aktiv wird und Themen anspricht, um die Möglichkeiten des Programm bestmöglich zu nutzen.
Blum: Ich kann nur dazu raten, sich beim Mentoring-Programm von ABSOLVENTUM zu engagieren, auch als Freiberufler. Am Anfang dachte ich, dass ein Mentee gar kein großes Interesse an einem Mentoring mit mir haben würde weil ich aus Sicht der Studenten nicht das bieten kann, was ein Mentor aus einem Großkonzern könnte. Aber oft sind die Dinge, die einen als Mentor ausmachen, genau die, die nicht ins Raster passen, wo man eben gerade nicht den vorgezeichneten Weg gegangen ist, den alle von einem erwartet haben. So macht man oft die wertvollsten Erfahrungen für sich selbst. Und heute bin ich froh über all die Erfahrungen, die ich als Freiberufler machen konnte und von denen ich vieles auch an Nathalie weitergeben kann.

Wir danken Ihnen vielmals für die interessanten Einblicke und das Gespräch.

Sebastian Hoffmann

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