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Auslandssemester in Südafrika – Zwischen Uni, Township und Abenteuer
08.02.2018

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Unser Mitglied Jessica Horn berichtet über ihre Zeit als erste ‚Mannheimerin‘ an der südafrikanischen Universität Stellenbosch und sendete uns dazu tolle Bilder und einen schönen Bericht über die Uni, das Land und ihre Erfahrungen:
Ich habe von Juli 2017 bis Dezember 2017 ein Auslandssemester an der Universität Stellenbosch in Südafrika verbracht. Neben interessanten Kursen, die ich an der Universität belegen konnte, hatte ich auch die Gelegenheit mich ehrenamtlich zu engagieren und viel über die Menschen und ihre Kultur(en) kennenzulernen.


Stellenbosch und die University of Stellenbosch
Stellenbosch ist eine relativ kleine, beschauliche Stadt, die besonders durch die zahlreichen Studenten und die Universität geprägt ist. Im Stadtkern finden sich viele beschauliche Cafés und kleine Läden, die architektonisch an die traditionelle niederländische Bauweise erinnern. Durch Herrn Meissner, dem ABSOLVENTUM-Regionalgruppenleiter aus Kapstadt, hatte ich die Möglichkeit, mir schon vor meiner Abreise Informationen über die Stadt und gute Wohngegenden einzuholen, sodass ich mit meiner Unterkunft schlussendlich sehr zufrieden war. Auch mit meinem Mentor, Herrn Himmel, konnte ich mich über Südafrika austauschen, da er bereits an einigen Projekten in dem Land mitgewirkt hatte.


Impressionen aus Stellenbosch



Die Universität liegt ca. 50 Km entfernt von Kapstadt und beherbergt zehn verschiedene Fakultäten. Auf dem Hauptcampus befindet sich außerdem das Nelsie, eine riesige Shoppingmall mit Foodcourt und verschiedensten Läden für Kleidung, Sportzubehör und Dinge des täglichen studentischen Bedarfs.


Campus der Universität Stellenbosch


Etwa zehn Minuten außerhalb der Stadt befindet sich das Township Khayelitsha. Die einheimische Bevölkerung fährt meist mit Taxen vom Khayelitsha nach Stellenbosch, um zur Arbeit zu kommen.


Einfahrt nach Khayelitsha


Grundschulunterricht in Khayelitsha
Im Rahmen der TH Childrens foundation hatte ich die Möglichkeit, jeden Samstag an der Ikaya Primary school zu unterrichten. Wir unterrichteten fünf sechste Klassen, mit je 30-40 Kindern pro Klasse. Diese Erfahrung war auf jeden Fall eine Herausforderung und nicht im Ansatz mit dem vergleichbar, was ich persönlich aus meiner eigenen Schulzeit kannte. Wir brachen immer morgens gegen 8 Uhr zur Schule auf und unterrichteten abwechselnd Mathematik und Englisch bis 14 Uhr.




Ein Monat durch Südafrika, Botswana, Zimbabwe und Namibia
Nachdem ich alle Prüfungsleistungen erfolgreich erbracht habe, wollte ich die letzten 25 Tage meiner Zeit im Ausland nutzen, um einen Großteil des südlichen Teils des afrikanischen Kontinents zu bereisen. Zusammen mit meinem Partner mietete ich mir einen Landcruiser, mit einem Zelt auf dem Dach und das Abenteuer konnte beginnen. Wir bereisten unter anderem Kubu-Island (Botswana), den Chobe Nationalpark (Botswana), das Okavango Delta (Botswana), die Victoria falls (Zimbabwe), den Etosha nationalpark (Namibia), Soussesvlei mit der höchsten Düne der Welt (Namibia), sowie die gesamte Küstenstraße in Südafrika. Nachfolgend nun einige Highlights unserer Reise. Dennoch muss ich anmerken, dass die Tiere in Realität noch viel beeindruckender sind und die Bilder meiner Meinung nach dies nicht mal im Ansatz wiederspiegeln können.
Südafrika besticht durch eine wunderschöne Küstenstraße, auch „garden route“ genannt, die schon sehr gut touristisch erschlossen ist. Hier gibt es im Abstand von 1-2 Stunden immer neue Dinge zu entdecken, wie beispielsweise die Knysna Lagune, die cango caves (Tropfsteinhölen) oder die Whale, die man in Hermanus beobachten kann.


Impressionen aus Botswana


Kubu Island in Botswana: Eine Insel, gelegen inmitten einer Salzwüste und nur zur Trockenzeit oder zu Beginn der Regenzeit erreichbar. Den Weg dorthin konnten wir nur durch erfragen finden, da irgendwann die Navigationssysteme nur noch die ungefähre Fahrtrichtung anzeigen. Allgemein sollte man sich bewusst sein, dass der Empfang für alle technischen Geräte hier für mehrere Tage sehr schlecht/nicht vorhanden ist. Als wir es endlich als Ziel geschafft hatten, wussten wir auch, warum wir per Mail aufgefordert wurden zu bezahlen, „if you make it to the camp“. Ohne Allradantrieb, der durch Wasser, Sand und wattartige Umgebungen fahren kann, kann man diesen Trip zu Beginn der Regenzeit nicht mehr unternehmen.
Weiter nördlich gelegen befindet sich der Chobe Nationalpark, der vom Norden Botswanas bis in den Süden zum Delta reicht. Man kann somit den gesamten Weg bis zum Delta im Park fahren, was ich aufgrund der unbeschreiblichen Artenvielfalt (Tiere und Vegetation) nur empfehlen kann. Diese Fülle an Tieren ist beispielsweise in Südafrika (mit Ausnahme vom Krüger oder anderen Reservaten), aufgrund von Wilderei, leider nicht mehr zu finden.



Tiervielfalt in Botswana
Unsere Stopps im Park waren unter anderem: Seyanti, Ihaha und Savuti. Man sollte sich bewusst sein, dass die Camps meist nicht gesichert, d.h. von Zäunen oder ähnlichem umgeben sind. Ein Lagerfeuer hilft aber Tiere fernzuhalten und auch wenn morgens manchmal Baboons im Camp randalieren, oder man nachts von Hyänen geweckt wird, die um das eigene Auto schleichen, sollte man in solchen Situationen „einfach“ versuchen, die Ruhe zu bewahren. Dennoch gilt natürlich: Abstand halten und auf die Reaktionen der Tiere achten. Wenn man sich an diese einfachen Regeln hält, kann man getrost allein unterwegs sein und selbst Safaris unternehmen, die man sonst teuer über Reiseanbieter buchen müsste. Alleine hat man dann auch Zeit um beispielsweise ein Leopardenpärchen für zwei Stunden zu beobachten. Wenn man sich dazu überwinden kann, schon um fünf Uhr morgens loszufahren, bekommt man gegebenenfalls auch Bilder, wie das nachfolgende geboten.


3 Meter von unserem Auto entfernt machten wir diese Entdeckung.


Impressionen aus Namibia



Sonnenuntergang am Wasserloch im Etosha Nationalpark


Besonders empfehlenswert ist das Wasserloch im Etosha Nationalpark, an dem man viele verschiedene Tiere und tolle Sonnenuntergänge beobachten kann. Da der Etosha sogar mit Steinwegen ausgestattet ist, kann man diesen Park sogar ohne einen 4x4 besuchen. Allgemein ist Namibia mit einem normalen PKW durchaus machbar.



Dünenbesteigung – Zunächst haben wir uns auf die kleinere Elimdüne gewagt, um dort den Sonnenuntergang zu bestaunen. Am nächsten Tag ging es dann für uns auf die höchste Düne der Welt – Big daddy. Kleiner Hinweis: Wir haben für den Aufstieg über drei Stunden gebraucht und haben unseren 5 Liter Wasserkanister komplett ausgetrunken. Zudem ist Sonnenschutz und passende Kleidung angebracht. Im Nachhinein würde ich auch immer eine lange Hose tragen, da man irgendwann nur noch auf allen Vieren auf der Düne kriecht, um weiterzukommen. Man sollte das ganze also definitiv nicht unterschätzen. Dennoch ist der Ausblick unglaublich und ein Aufstieg lohnt sich sehr.

Jessica Horn

Wenn auch Sie besondere Erfahrungen gemacht haben, die Sie gerne mit uns teilen wollen, freuen wir uns auch auf Ihre Berichte.


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